hilkenbach

Jenseits von Grenzen und Zeit entfaltet sich unser Erbe. Entfessle die Kraft, erobere das Spiel der Imagination. Begleite uns auf der Suche nach einer anderen Frequenz von Wirklichkeit – einer Welt, in der Kreativität keine Grenzen kennt.


Das Lästermaul

Eine aktuelle Meldung der Tagesschau (15.5.2019) : Clara Mayer „Friday for Future“ Aktivistin spricht vor der  Aktionärsversammlung des VW-Konzerns. Zitat: „Die 18-jährige Schülerin hat auf der Hauptversammlung von Volkswagen den Autokonzern, seine Manager und seine Aktionäre in einer knapp fünfminütigen Rede kritisiert“.

Ein Kommentar dazu von „DildoShwaggins“ auf Instagram: Ja, Klimaschutz ist wichtig, keine Frage. Aber warum muss man jede Woche ne neue 18 jährige dahin stellen, die einem wieder sagt was man zu tun hat ?

Meine Antwort auf diese Frage:

Weil das im Moment „In“ ist. Die westliche Welt hat eine neue Religion kreiert: Die Klimakirche. Dazu gehören weibliche Jugendliche, die betont emotional die Anbetung des Klimaschutzes einfordern…..und so nebenbei als Klima-Maria in Szene gesetzt und verehrt werden…Oder als Jeanne D’Arce im Klimakampf. Die personifizierte Unschuld, die  der bösen, lasterhaften Erwachsenenwelt den Sühne-Spiegel vorhält. Und die Erwachsenen kasteien sich vor der jugendlich reinen  Klima-Inkarnation, fallen auf die Knie, bekennen ihre Schuld und hoffen auf huldvolle Vergebung. Vergebung durch die Verehrung der jugendlichen Naivität und Unschuld. Sie versprechen Besserung und aktuelle Verbrechen der bösen Erwachsenenwelt, wie die schreckliche Hungersnot im Jemen, wo lebende Skelette auf den Straßen wandeln oder allgemeiner, die dramatisch zunehmende Spaltung westlicher Gesellschaften in Reich und Arm können weiterhin im Schatten bleiben….denn Klima-Maria  scheint eine gefühlte Absolution zu versprechen, wenn man ihren Forderungen ein öffentliches Podium gibt. Das beruhigt so unheimlich stark. Es ist doch so einfach! …. Und gleichzeitig so schrecklich dämlich….

Rolf-Michael Hilkenbach


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Fachvermittler für Kultur- und Geschichtspädagogik, Kurator für Narratives. Studium der Sozialpädagogik, Ästhetik und Kommunikation, Psychologie, Soziologie, Geschichte und Germanistik/Literatur

9 Kommentare zu „Das Lästermaul“

  1. warum nutzt du nicht die chance etwas dazu zu lernen?
    es wird sich schon bald herausstellen, wer wirklich dämlich ist!

    1. Ich muss in dieser Hinsicht nichts Neues dazu lernen. Mir geht nur dieser überemotionalisierte Hype um dieses Thema auf die Nerven. Ich bevorzuge da mehr Sachlichkeit. Und „Kinderkreuzzüge“ haben eine historische Tradition, sind weitgehend Wirkungslos geblieben, da sie damals wie heute als gigantische Marketingstrategien missbraucht wurden. Ganz abgesehen davon, das hier durch das medial geschickt präsentierte Theater politisch von anderen zentral relevanten Themen – die unmittelbar bearbeitet werden könnten – abgelenkt wird.

      1. die „kinder“ und die 16-Jährige greta thunberg haben jetzt schon mehr erreicht als alle politiker die letzten 10 jahre.zusammen. gibt es „andere zentral relevante themen“ die wichtiger sind als die zukunft der menschheit auf unserem planeten? in welcher welt lebst du eigentlich?

  2. Ich lebe in einer sehr realen Welt! Ich sehe, das in vielen Ballungszentren jedes vierte Kind in Armut von Harz IV lebt. Ich sehe, das es für immer mehr Familien unmöglich wird einen passenden UND bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Ich sehe und höre, das die Situation auf dem Wohnungsmarkt die Spaltung unserer Gesellschaft in Arm und Reich immer weiter vorantreibt. Ich sehe, das immer mehr Rentnerinnen und Rentner von ihrer Altersrente nicht mehr Leben können. Ich sehe und lese, das die Anzahl der Menschen in unserem Land, die Existenzsicherung beziehen müssen, steigt. Ich sehe, das immer mehr Arbeitnemerinnen und Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor erwerbstätig sein müssen. Ich sehe und höre, das sich sehr viele Arbeitgeber immer noch weigern den Mindestlohn von 9,50 pro Stunde zu zahlen. Ich sehe und lese, das in einer Stadt wie Essen neue familiengerechte Wohnungen gebaut werden, aber der Oberbürgermeister Thomas Kufen der Bürgerschaft verkünden muss, das diese Wohnungen nicht von Einheimischen der Essener Einwohnerschaft bezogen werden können. Ich sehe im Kontrast dazu, das sich Reiche zunehmend in luxuriöse Gated Communitiys zurückziehen (siehe Andreasviertel in Düsseldorf). Ich höre ebenfalls von diesem Oberbürgermeister, das die Stadt Essen (die Pleite ist) für die Bewältigung des Zuzugs von „Neubürgern“ aus anderen Ländern 62 Mill. Euro aufwenden muss. Ich höre auch aus dieser Stadt, das sieben Schulen an die Öffentlichkeit gegangen sind, weil sie keinen geordneten Unterricht mehr machen können, die Schulgebäude total marode sind und die Lehrer mit 70% Prozent Migrantenanteil an diesen Schulen hoffnungslos überfordert sind. Ich sehe, das die pflegerische Versorgung von schwer behinderten und alten Menschen immer mehr zum Problem wird und zwar nicht unbedingt, weil es einen sogenannten Pflegnotstand gibt. Ich sehe uind erlebe ganz konkret, das immer mehr Menschen in unseren Land auf Armutsversorgung am untersten Level angewiesen sind: Öffentliche Lebensmitteltafeln und Kleiderkammern. Ich höre von einer Kollegin, die in einer Sozialberatungsstelle tätig ist, das die Schlange von Ratsuchenden vor der Tür, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, immer länger wird. Ich sehe, das sich immer mehr Menschen politisch rechtsradikal orientieren, weil sie sich bei den etablierten Parteien mit ihren Interessen nicht mehr angemessen vertreten sehen.

  3. Zu Ergänzung ein paar Zitate von Sahra Wagenknecht zur Klimadebatte, die zeigen, dass die eigentliche Problemlage viel komplexer ist:
    „Menschen, die aufs Auto angewiesen sind, weil in ihrer Region kein Zug und kein Bus mehr fährt, taugen nicht zum Feindbild. Nicht jeder kann sich eine Wohnung in hippen Großstadtbezirken leisten, wo man gut mit dem Fahrrad zum Job kommt. Und der klimaschädliche Ausstoß einer Durchschnittsfamilie, die sich einmal im Jahr eine Flugreise leistet und öfter Fleisch isst, steht in keinem Verhältnis zum klimazerstörenden Effekt der Globalisierung, in deren Rahmen Konzerne ihre Produkte teilweise mehrfach über riesige Distanzen verschiffen, um immer dort zu produzieren, wo die Löhne am niedrigsten und die Standards am schlechtesten sind. Ein anderes Beispiel: Viele große Unternehmen konstruieren ihre Produkte bewusst so, dass sie schnell wieder kaputtgehen, „quick and dirty“ bringt Rendite, und man kann schnell das nächste Modell in den Markt drücken. Eine unglaubliche Verschwendung! Würden alle Gebrauchsgüter doppelt so lange halten, würde ihre Produktion halb so viel Treibhausgase erzeugen.

    Ist es nicht ein guter Ansatz, von jedem zu verlangen, dass er wegen des Klimaschutzes aufpassen soll, was er kauft und was er isst?

    Wagenknecht: Ja, wer das kann, sollte es tun. Aber viele Leute können sich den Bioladen nicht leisten. Deshalb ist es falsch, den Konsum in den Mittelpunkt zu stellen und wie die Grünen Umweltpolitik zu einer Frage des Lifestyles zu machen. Das ist ein elitärer Ansatz. Wenn jetzt etwa die CO2-Steuer zur Hauptforderung in der Klimadebatte wird, dann geht das wieder zulasten der Ärmeren und der Mitte, die schon heute einen immer größeren Teil ihres Budgets für Strom und Benzin ausgeben müssen. Wann haben die Grünen interveniert, als die Bahn auf Börsenfähigkeit getrimmt wurde? Das hat dazu geführt, dass in ländlichen Gegenden viele Bahnstrecken stillgelegt wurden. Dann auf die Leute herabzublicken, die in diesen Regionen leben und ihr Auto brauchen, ist arrogant.

    Die Grünen-Wähler sehen Sie als Eliten?

    Wagenknecht: Die Grünen werden heute überwiegend von besser verdienenden Akademikern gewählt. In diesem Milieu gehören häufige Fernreisen zum Lebensstil. Da fällt es relativ leicht, in Zukunft vielleicht auf den einen oder anderen Flug zu verzichten. Die sind in einer ganz anderen Situation als Leute, die sich vielleicht jedes Jahr einen Urlaub auf Mallorca leisten können und jetzt fürchten, dass selbst das nicht mehr erschwinglich ist.

    Wir brauchen viel mehr staatliches Geld zur Erforschung neuer Technologien. Alle grundlegenden technologischen Durchbrüche wurden bisher vom Staat finanziert, wie die Ökonomin Mariana Mazzucato in ihrem Buch „Das Kapital des Staates“ nachweist. Das ist mein Vorwurf an die Bundesregierung: Die Stromkunden zahlen Milliarden für die erneuerbaren Energien. Ein großer Teil davon fließt aber an Großgrundbesitzer, auf deren Land die Windräder stehen, statt in die Erforschung besserer Solarmodule oder völlig neuer technologischer Ideen, die wir dringend brauchen.

    Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/politik-die-klimadebatte-wie-die-gruenen-sie-fuehren-ist-voellig-verkuerzt_id_10898409.html?fbc=fb-shares%3FSThisFB&fbclid=IwAR3U7jOc05c5hTlo7E2knQQcjt_heUtRAkoeooassyNUGUCDA9OQhBIb0Hw

  4. Man kommt aber dadurch immerhin leicht in eine Talk Show der öffentlich rechtlichen.

    1. Sehe ich auch so. Kostenlose Promotion!

    1. Du hast nicht das Recht, anderen ihre Meinung zu verbieten. Das Grundgesetz der BRD garantiert uns, das jeder das Recht hat seine Meinung und Sicht der Dinge öffentlich frei zu äussern. Wann ich „meine Fresse “ halte, bestimme letztendlich ICH und niemand anders!

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