Es soll die Musiksensation in diesem Jahr sein!
Ihre Songs wurden nicht nur zu Evergreens, sie wurden zu Klassikern der Musikgeschichte: Die schwedische Band ABBA hat nach 40 Jahren wieder zusammengefunden und ein neues Album aufgenommen. Zwei der neuen Songs wurden vorab veröffentlicht. Was soll man dazu sagen? In einem Kommentar las ich: „Ach, es ist genau wie damals! Genau so schön!“
Ich denke, genau das ist das Problem dieses Revivals. Es ist alles wie damals in den 70er Jahren. Nichts Neues! Eine Wiederholung des Gleichen! Gute Populäre Musik lebt jedoch von der Innovation, der Entwicklung, der Veränderung. Das ist hier bewusst nicht gewollt. Diese neuen Songs sind nur sentimentale Erinnerung. Kopien von etwas, das schon mal vor 40 Jahren erfolgreich war. Hier wird noch einmal die, mittlerweile legendäre, Vergangenheit beschworen. Das hätte man sich sparen können.
Es soll auch eine Tournee zu dem neuen Album geben, allerdings ohne die Band. Die Bandmitglieder wurden elektronisch digitalisiert, nur ihre Avatare, mit ewig jugendlichem Aussehen, werden auf der Bühne zu sehen sein. Die Bandmitglieder sind mittlerweile über 70 Jahre alt. Jede Form von Alterung soll offenbar cachiert werden. Eine etwas unheimliche Mumifizierung. Im Video zu „I still have faith in You“, ist am Schluss das Ergebnis dieser Konservierung zu sehen. Also warum macht man das? Im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds, sind sie bereits vorhanden. Also eine zusätzlich Selbst Musealisierung? Benny Anderson meinte, die Fans sollen uns so in Erinnerung behalten, wie wir damals waren: Eine junge, frische Band, die mit ihrer Musik die Herzen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt erreichen konnte. Alles gut, aber dann hätte man es bei dem belassen können, was im Jahr 1981 endete. Im Liedtext von „Don`t schut me down“ heißt es:
Ich werde nicht mehr DIE Gleiche sein. Ich werde nicht mehr DER Gleiche sein.
Ich bin nicht DER Gleiche zu dieser Zeit. Ich bin nicht mehr DIE Gleiche zu dieser Zeit.
Davon ist bei diesen Songs nichts zu spüren.
Mich Reißen diese Songs nicht vom Hocker. Sie sind, wie nicht anders zu erwarten, routiniert komponiert – mit klassischem ABBA-Sound – und die Texte von Benny Anderson und Björn Ulvaeus sind gut. Keine Überraschung!

Rolf-Michael Hilkenbach, August 2021

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