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Jenseits von Grenzen und Zeit entfaltet sich unser Erbe. Entfessle die Kraft, erobere das Spiel der Imagination. Begleite uns auf der Suche nach einer anderen Frequenz von Wirklichkeit – einer Welt, in der Kreativität keine Grenzen kennt.


Volkstrauertag im November, staatlicher Gedenktag in Deutschland

Der VOLKSTRAUERTAG war für mich nie nur ein staatlicher Gedenktag – er war ein stiller Moment im Jahreslauf, an dem sich die Stimmen der Vergangenheit in unsere Gegenwart mischten.

Ich erinnere mich an den VOLKSTRAUERTAG seit meiner Kindheit. Soldaten in Uniform kamen an die Tür, baten um eine Spende für die „Deutsche Kriegsgräberfürsorge“. Für die Spende bekam man ein kleines Abzeichen aus Metall, mit den bekannten schwarzen Kreuzen. Für meine Familie war es selbstverständlich, für die Kriegsgräberfürsorge zu spenden. Es war für uns vor allem ein Gedenktag für die gefallenen Soldaten aus den beiden letzten großen Kriegen.

An diesem Tag erzählte Vater meist von seinen Erlebnissen als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Ein Onkel, sein Bruder, war nicht mehr aus dem Krieg zurückgekommen. Mutter schilderte Nächte voller Angst und Not als amerikanische und britische Flugzeuge ihre Bombenlast über unsere Heimatstadt Bergkamen abwarfen. Auch wurden Geschichten aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erzählt.

Viele Mitglieder meiner Familie hatten beide Weltkriege erlebt. Die Kriegszeiten waren immer noch sehr präsent. Bei Sonntagsspaziergängen mit meiner Mutter gehörte hin und wieder ein Halt am „Kriegerdenkmal“ dazu. Wir setzten uns dort auf eine Bank und Mutter wurde ganz still.

Das Lied vom „Guten Kameraden“ kannte jeder in unserer Familie. Vater hatte es mir vorgesungen. Nach der letzten Strophe senkte er seinen Kopf und ich sah Tränen auf seinen Wangen. „Ja, was soll man da machen?“, kommentierte er, „Es darf eben keinen Krieg mehr geben“!

Dieses Lied vom „Guten Kameraden“ wird heute noch, jedes Jahr im November, bei der Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag gespielt. Der Text ist von Ludwig Uhland aus dem Jahr 1809. Im Jahr 1825 hat Friedrich Silcher eine Melodie zu dem Gedicht komponiert.

Rolf-Michael Hilkenbach / November 2020


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