Wert von Kultur Orten: Bedeutung über Materie
Nicht wie die Dinge an sich beschaffen sind, sondern was sie dem Geist bedeuten, macht ihren eigentlichen Wert aus.“ Ernst Rudorf
Dieses Zitat lässt sich hervorragend auf die außerschulische Kultur- und Geschichtsvermittlung anwenden – sei es in Museen oder an historischen Orten wie der Villa Hügel in Essen. Es erinnert daran, dass der Wert eines Objekts oder Ortes nicht allein in seiner materiellen Beschaffenheit liegt, sondern in der Bedeutung, die wir ihm als Betrachtende zuschreiben. Vermittlung heißt deshalb nicht nur Fakten und Daten weiterzugeben, sondern vor allem Geschichten, Ideen und Emotionen zu öffnen: Storytelling, Immersion, Emotionalisierung. Gerade an einem Ort wie der Villa Hügel können persönliche Zugänge, Reflexionen und Interpretationen ein tieferes Verständnis und eine nachhaltige Verbindung zur Geschichte ermöglichen. Das Zitat lädt dazu ein, Besucherinnen und Besucher zu ermutigen, eigene Bedeutungen zu entdecken und sich aktiv mit dem kulturellen Erbe auseinanderzusetzen.
Für alle die im Bereich der Kultur- und Geschichtsvermittlung, Touristik, Gästeführungen, Museumspädagogik tätig sind (oder sich dafür interessieren) möchte ich hier auf das pädagogische Konzept „Heritage Interpretation“ hinweisen.
In den USA und Kanada ist Heritage Interpretation das einflussreichste Konzept der außerschulischen Information- und Bildungsarbeit, fest institutionalisiert in nationalen Verbänden und auch berufsständisch organisiert. Es wird angewendet u.a. in Museen, historischen Gebäuden, Ausstellungshäusern, Naturparks, ausgewählten Landschaften, speziellen historischen Erinnerungsorten, als Grundlage von historischen Erlebnisprogrammen. In Deutschland ist die „Heritage Interpretation“ und die damit verbundene Idee immer noch relativ unbekannt.
Mein Text dazu, mit ausführlicher Erläuterung des pädagogischen Konzeptes, ist als PDF Datei angefügt. Der Link steht unter diesem Absatz. Fragen zu diesem Konzept beantworte ich gerne auch persönlich.
Rolf-Michael Hilkenbach / Januar 2018

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