hilkenbach

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Verantwortung und Terror, meine polemische Aufregung

Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach; furchtbare Ereignisse in Deutschland, mörderische Taten, begangen von Zuwanderern aus anderen Ländern. Zahlreiche Menschen sind hier ums Leben gekommen. Kaum zu ertragen, die teilweise absurde öffentliche Diskussion um die möglichen Ursachen diese Angriffe: Die Täter mit Migrationshintergrund seien psychisch-sozial besonders belastet gewesen, vielleicht sogar psychisch krank. Sie hätten einen ziemlichen Leidensdruck auszuhalten; so als ob solche Taten als Kollateralschaden der Migration mit in Kauf genommen werden müssten. Müssen wir dafür irgendein Verständnis haben? Ich sage: NEIN!!! Für mich sind diese mörderischen Angriffe Verbrechen, schwerste Kriminalität, nichts anderes!

Hat jemand mal über den Leidensdruck der Opfer und ihrer Angehörigen nachgedacht?

Am schrillsten die absolute „Verharmlosungsthese“: Bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, sei wahrscheinlicher als bei einem Terrorakt getötet zu werden. Also mit anderen Worten: Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist vollkommen unberechenbar. So spielt halt das Leben.

Vergleichbares hört und liest man immer wieder auch, wenn es um sexuelle Übergriffe von männlichen Migranten geht (der „Kulturschock“, den die armen Menschen durchleben müssen). Die einzige Lösung: Frauen sollen sich im Umgang mit orientalischen Männern weniger freizügig kleiden und immer eine Armlänge Abstand halten. Und sie sollen natürlich bedingungslos akzeptieren, dass man ihnen nicht die Hand reicht.

Schuld sind auf einmal nicht mehr die Täter, sondern die Opfer (und die Gesellschaft drum herum). Die Opfer werden zu Angeklagten.

Man stelle sich eine ähnliche Diskussion im Zusammenhang mit dem Unglück in Duisburg bei der Loveparade vor (Pech, wenn man an so einer Massenveranstaltung teilnimmt) oder bei den Morden der NSU (Die Mörder können nichts dafür, sie sind einfach nur dumm). Henry M. Broder hat vor Kurzem auf diesen Zusammenhang hingewiesen.

Jetzt werden auch noch die Informationsmedien in die Haupt-Verantwortung genommen: Man darf über solche Ereignisse nicht berichten, weil potenzielle Nachahmer dann zu solchen Taten verleitet werden.

Und als die Krönung der präventiven Gegenmaßnahmen: Verstärkte Rucksack- und Zimmerkontrollen in Asylbewerberunterkünften und eine kritische Sicht auf gewaltverherrlichende Shouter-Videospiele.

Auch hier trägt wieder der Täter keine Verantwortung. Er wird zu einem willenlosen Opfer stilisiert, vorrangig manipuliert durch äußere Einflüsse. Was für ein geistiger Blümchenkaffee!

Verantwortlich für diese Taten sind die Menschen, die sie begangen haben und die Menschen (Politiker) die verantwortungslos und leichtfertig mit dem Phänomen Zuwanderung umgehen.

Zwei Zitate klären den Sachverhalt, um den es tatsächlich geht.

Henry M. Broder in einem Artikel der WELT:
„Der Preis für die Politik der offenen Grenzen werden nicht die Einheimischen, sondern die Dazugekommenen bezahlen. Jede Warnung vor einem Generalverdacht (in Bezug auf die Flüchtlinge) bewirkt genau das Gegenteil. Und jeder Hinweis auf die statistische Unwahrscheinlichkeit, Opfer eines Anschlags zu werden, bestätigt nur die Vermutung, dass die Gefahr zwar unberechenbar, aber allgegenwärtig ist“

Sahra Wagenknecht (Stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE):
„Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer sehr großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern zumindest mit erheblichen Problemen verbunden und sehr viel schwieriger sind, als Frau Merkel uns das mit ihrem ‚Wir schaffen das‘ im letzten Herbst einreden wollte.“

Rolf-Michael Hilkenbach / Juli 2016

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2 responses to “Verantwortung und Terror, meine polemische Aufregung”

  1. Avatar von wmawrobel@gmx.de
    wmawrobel@gmx.de

    danke für den Beitrag

  2. Avatar von Claudia Hilkenbach
    Claudia Hilkenbach

    ausgezeichneter Beitrag!

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