Berlin. Nur ein Atemzug zwischen gestern und morgen. Ein Fenster, das sich nicht ganz schließen lässt. Die Stimmen der 80er – sie hallen nach in den Ritzen der Stadt. „Lass uns noch mal los“, sagt die Erinnerung. Nicht als Befehl. Als Bitte.
Feuchtes Pflaster, Graffiti, rostiges Metall. Ein schmaler Lichtstreifen, der sich durch die Enge schiebt. Eine Ahnung von Widerstand. Die Stille täuscht!

Nach zwei sehr erfolgreichen Sylt-Romanen wendet sich Susanne Matthiessen nun einem anderen Sehnsuchtsort zu: Berlin. Doch nicht dem Berlin der Postkarten, sondern jenem der 1980er Jahre – rau, rebellisch, voller Risse und Möglichkeiten. In Lass uns noch mal los taucht sie ein in die Hausbesetzer-Szene, in politische Unruhe und persönliche Umbrüche. Es ist ein Roman über eine Generation, die sich nicht festlegen ließ – und über eine Gegenwart, die sich darin spiegelt.
Susanne Matthiessen erzählt mit Witz, Wärme und kritischem Blick. Sie verwebt Zeitgeschichte mit Lebensfragen, stellt Erwartungen infrage und öffnet Räume für neue Perspektiven. Ihr Berlin ist kein Ort, sondern ein Zustand: laut, verletzlich, lebendig.
Ein Buch, das nicht nur zurück blickt, sondern fragt: was bedeutet Aufbruch heute? Und was heißt es, sich nicht unterkriegen zu lassen. Susanne Matthiessen spricht in ihrer Erzählung auch über unsere aktuelle Gegenwart.
Ein Buch, das unbedingt lesenswert ist, finde ich!
Schaut euch das Video an. Hier berichte ich ausführlich über mein Leseerlebnis.
Rolf-Michael Hilkenbach / Mai 2024 / überarbeitet und ergänzt Oktober 2025

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