Ewig jung, ewig schön, superblond, „perfekte“ Figur, immer nach der neuesten Mode gekleidet und das Umfeld eine rosarote Wunderwelt. Das ist BARBIE, die erfolgreichste Spielzeugpuppenmarke der Welt. Ende der 50er Jahre erfunden von der US-amerikanischen Unternehmerin Ruth Handler. Sie suchte nach einem Puppenmodel das ähnlich wie die weit verbreiteten Anziehpuppen aus Papier funktionieren würde: also eine möglichst attraktive Grundfigur, die mit unterschiedlichen, an der Realität orientierten, Kleidungsstücken ausgestattet werden konnte. Ein Puppen-Mannequin. Mit dem einmaligen Kauf der Puppe sollte es nicht getan sein. Immer wieder neue Kleidung und Accessoires kamen auf dem Markt, die zum weiteren Kauf animierten. Ein Konsumprodukt, das Konsum zu einem sinnstiftenden Lebensinhalt stilisiert und als Gegenleistung einen Mehrwert für die Spielfantasie verspricht.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein ganzes Barbie-Universum. BARBIE konnte Astronautin sein, Archäologin, Ärztin, Modezeichnerin, Gärtnerin, Fotografin usw., aber niemals Mutter. BARBIE wird niemals schwanger und bleibt immer kinderlos. Allerdings hat sie eine jüngere Schwester und einige Freundinnen. Ein Familienspiel lässt sich mit BARBIE schwer umsetzen. Männer gibt es in der Barbie-Welt nur als nette unterhaltsame Staffage. BARBIE hat auch einen Freund. Der heißt KEN, ist ebenfalls blond und hat ein Sixpack. Zwischen BARBIE und KEN gibt es romantische Momente…aber keinen Sex. BARBIE und KEN sind asexuell konzipiert.
Das Erscheinungsbild von BARBIE spiegelt – bei einem immer gleichbleibenden Grundmuster – stets aktuelle gesellschaftlichen Momente und kulturellen Wandel. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Produkts. So wurden BARBIE und ihre Welt niemals altmodisch. BARBIE war und ist immer „UpToDate“.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde BARBIE zu einer Ikone der Popkultur. Moderdesigner entwarfen ganze Kollektionen im Barbie-Steyl und prominente Künstler wie Andy Warhol setzten sich mit ihrem Charakter auseinander. In Popsongs wurde sie zum Thema und Barbie-Sammler zahlen für seltene, noch verpackte und unbespielte Puppen, bis zu 10.000 Euro. Pädagogische und feministische Kritik an diesem Spielzeug konnten dem unbeschreiblichen Erfolg nichts anhaben.
Irgendwann musste Hollywood diesen Stoff für sich entdecken. Nach einigen TV-Trickfilmen entstand nun bei Warner Brothers der erste Realfilm. Der Film spielte bereits kurz nach der Premiere in den USA und Kanada ca. 155 Mill Dollar ein und erhielt eine Lobeshymne nach der anderen. In Deutschland bekam der Film das Prädikat „Besonders Wertvoll“. Ein Film-Blockbuster des Jahres 2023. Die Kritik lobte besonders die Ausstattung, den Soundtrack und die Idee des Drehbuchs.
Regisseurin ist Greta Gerwing. Zusammen mit Noah Baumbach schrieb sie auch das Drehbuch. „Barbie“ ist schon jetzt der erfolgreichste von einer Frau verantwortete Kinofilm. Produziert wurde der Film von einem Unternehmen der Hauptdarstellerin Margot Robbie. KEN wird im Film vom Hollywood-Star Ryan Gosling gespielt. Somit wurden die Hauptrollen äußerst prominent besetzt.
Der Plot des Films besteht darin, dass die rosarote Barbie-Welt ein Matriarchat ist und die normale US-amerikanische Alltagswelt ein Patriachat. Eine Schocksituation für BARBIE und KEN als sie mit diesen lebensweltlichen Kontrasten konfrontiert werden (wie kann es anders sein, natürlich entdeckt hier KEN für sich ganz neue Perspektiven).
(Das verwendete Barbie-Logo habe ich von Wikipedia als Gemeinfrei übernommen)


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