
Wissen Sie, dass die meisten Friedhöfe den politischen Gemeinden gehören? Sie gehören nicht den Kirchengemeinden. So darf jede Person auf dem Friedhof seine letzte Ruhe finden.
Es macht mich sehr traurig, dass es immer mehr „Mode“ wird, sich irgendwo verstreuen zu lassen, und der Gedanke, dass ich in der Natur auf der Asche von lieben Verstorbenen herumlaufe, erschreckt mich. Jeder Mensch hat auf dieser Erde etwas bewegt, er ist wertvoll – nicht nur im Leben, auch im Tod. Vielen Menschen scheint es nicht mehr bewusst zu sein, dass Sie durch kleine Gesten viel bewirkt haben in ihrem Leben.
Wenn ich über den Friedhof laufe, erinnere ich mich oft an kleine, gute Begebenheiten und bitte die Verstorbenen um Fürsprache bei Gott oder halte für sie ein kleines Gebet ab – wenn sie verstreut sind, sind sie schneller vergessen, und kein Mensch kann sich an die Grabstätte stellen, um ihnen näher zu sein.
Natürlich betet die Kirche regelmäßig für die armen, vergessenen Seelen, aber ob das reicht? Ist es das Gefühl der „Wertlosigkeit“ des Einzelnen, das Nicht-Mehr-Glauben-Können, an einen Gott, der real mit uns geht, in guten und schweren Zeiten, der Tragen hilft und Anteil nimmt und uns nach dem Tod liebevoll gegenübersteht, der diesen Trend auslöst?
Mensch, Du bist geliebt und über den Tod hinaus wertvoll.
(Der Artikel erschien zuerst auf der Forum Seite vom „Urner Wochenblatt“, Altdorf in der Schweiz)

Luzia Eller-Lussi / November 2022

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