Living Home ist kein Ort, keine Adresse, keine bestimmte Zeit – es ist ein Gefühl. Ein Gefühl von Geborgenheit, das sich aus kleinen Gesten vertrauten Klängen und liebevollen Ritualen speist. In Dänemark nennt man es hyggelig: behaglich, warm, verbunden.
Gerade zur Weihnachtszeit, wenn die Welt draußen laut und hektisch wird, sehnen wir uns nach stillen Momenten, nach Licht, das nicht blendet sondern wärmt.
Mit diesen Videos möchte ich einen kleinen Beitrag leisten – zur Erinnerung daran, dass Zuhause nicht aus Mauern besteht, sondern aus Augenblicken, die uns Kraft geben.
Mögen sie inspirieren, innezuhalten und um das Wesentliche zu spüren.
Sammle Momente und keine Dinge! Positive Momente im Leben sind die wahren Geschenke. Sie sind das halt gebende Gerüst des Lebens. Diese Momente bleiben in der Erinnerung, sie überzeugen den Menschen, das das Leben sinnvoll ist. Es sind Momente, die uns Kraft geben. Sie können das Selbstbewusstsein stärken. Solche Momente vertreiben den Zweifel an uns selbst in schwierigen Situationen. Es sind Momente der Anerkennung, der Zugehörigkeit, der Wertschätzung, der Hilfsbereitschaft und Kompetenz. Positive, emotional bewegende Momente strukturieren den Zeitverlauf. Auch wenn die materielle Dimension solcher Momente verloren geht, verfällt; die Momenterfahrung bleibt, ist unvergänglich. Oft vergessen wir solche Momente in der vielfältigen Ablenkung des Alltags. Nach vielen Jahren tauchen diese plötzlich wieder auf. Dann entfalten sie ihre Wirkung. Geschenke, Dinge wie Weihnachtsdekoration strukturieren die sinnliche Erfahrung von Momenten in der Zeit, um den besonderen Wert eines vergänglichen Augenblicks hervorzuheben. Dekoration hebt den Moment aus dem Gewöhnlichen heraus. Deko spricht das Gefühl an, die Seele und kann durchaus etwas erfahrbar machen, das sich durch Worte allein nicht ausdrücken lässt.

Advent 2021, Weihnachtliche Einstimmung zuhause



Einen Nikolausteller gibt es bei mir in jedem Jahr. Das kenne ich so seit meiner Kindheit. Zu Weihnachten gibt es dann weniger Süßes. Zum Nikolausteller gehört etwas Selbstgebackenes, Plätzchen und /oder ein Stück Kuchen, Dominosteine, gefüllte Lebkuchenherzen, eine Weihnachtsschokolade, Marzipankartoffeln. Und dazu gehören auch Äpfel, eine Orange und Mandarinen. Von meinen sehr viel älteren Geschwistern und aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass in früheren Zeiten Obst, vor allem Zitrusfrüchte auf dem Teller etwas ganz Besonderes waren, weil sich viele Menschen das nicht leisten konnten. Orangen und Mandarinen gab es deshalb als seltene Zugabe am Nikolaustag und am Heiligabend.

Das Weihnachtsgedicht
Zwei weihnachtliche Gedichte von Theodor Storm, die einen kritischen Blick auf die bürgerliche Weihnacht werfen. Das erste Gedicht vom „Knecht Ruprecht“ wird als DAS romantische Weihnachtsgedicht schlechthin gesehen. Es wird auch als Nikolausgedicht betrachtet, obwohl dieser gar nicht vorkommt. Niemand fragt sich, warum das „Christkind“ einen erschreckenden Schlägertyp braucht, der den Kindern bei Bedarf den Hintern versohlt. Weihnachten, ein Fest der Bestrafung und Belohnung? Weihnachten, ein Fest der Rechtfertigung? Weihnachten, ein Fest, dass mit Angst verbunden sein soll? Angst vor Strafe? Weihnachten, ein Fest der Unterscheidung: brave Kinder, böse Kinder? Der christliche Glaube sagt uns, dass uns an Weihnachten Gott ganz nahekommt. Ein Fest des Friedens! Friedvolles Weihnachten….
Das zweite Gedicht „Weihnachtsabend“ weist auf das Phänomen hin, dass gerade an Weihnachten die existentielle Not vieler Menschen sichtbar wird. Diese Not springt uns ins Auge. Verantwortungsgefühl und gleichzeitig ein Gefühl der Scham, das eine Fluchtreaktion auslöst. Das schlechte Gewissen meldet sich, und die Angst selbst von der Not eingeholt zu werden. Die Idylle der versammelten Familie um den Weihnachtsbaum: Eine Täuschung, um die Realität besser ertragen zu können?
Die Kunstfertigkeit dieser zwei Gedichte besteht gerade darin, dass sie beim Lesen und Hören eine sehr stimmungsvolle positive Atmosphäre bewirken, aber gleichzeitig ein Gefühl der Bedrohung vermitteln, verdeckt und unklar, fast schon unheimlich.



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